In Zeiten von zuckerhaltigen Softdrinks setzt das Kolleg der Schulbrüder in Illertissen auf Gesundheit: In Zusammenarbeit mit der Stadt wurde ein Wasserspender aufgestellt. Trinkflaschen gab es kostenlos.

Softdrinks sind in vielen Automaten an Schulen zu haben, auch am Kolleg der Schulbrüder in Illertissen. Als zuckerhaltige Kalorienbomben könne man sie durchaus bezeichnen, meinen die Vertreter des Elternbeirats. Deshalb haben sie gemeinsam mit der Stadt Illertissen ein Projekt ins Leben gerufen: Mit einem Wasserspender, der seit fast drei Wochen im Eingangsbereich steht, wollen sie ein Zeichen für gesunde Ernährung setzen.

686 Schüler und natürlich auch die Lehrer stehen nun täglich vor der Wahl, auf dem Edelstahlklotz die Tasten "Soda" oder "Still" zu drücken, um kostenlos Sprudel oder Wasser ohne Kohlensäure zu erhalten. "Die Anschaffungskosten von 3600 Euro hat der Elternbeirat bezahlt", erklärte die stellvertretende Vorsitzende, Regina Karger, gestern bei der symbolischen Übergabe des Wasserspenders an die Schule. Der Betrag habe sich aus Elternspenden sowie den Einnahmen von Kuchenverkäufen, unter anderem beim Sommerfest, zusammengesetzt. "Die laufenden Kosten hätten aber unseren Rahmen gesprengt", sagte Karger.

So habe sich die Schule an die Stadt gewandt. "Wenn Leute schon mit einer so tollen Idee zu mir kommen, dann bin ich die Letzte, die da einbremst", erklärte Bürgermeisterin Marita Kaiser. Sie willigte stellvertretend für die Stadt Illertissen ein, in Zukunft die Folgekosten für die Wartung, das Auffüllen von Gas und das Wasser an sich zu übernehmen. Außerdem schenkte die Stadt allen interessierten Schülern kostenlos eine Halb-Liter-Trinkflasche. "Wer seine Flasche verliert, kann für zwei Euro eine neue nachkaufen", erklärte Schulleiter Manfred Schöpplein. Bei insgesamt 1200 gekauften Flaschen sollten vorerst genügend zur Verfügung stehen.

"Die beste Idee nützt nichts, wenn keine Technik vorhanden ist, also Strom, Gas, Zu- und Ableitungen", sagte Schöpplein. Diesem Mangel leistete Bernd Hillemeyr, technischer Leiter der städtischen Werke, Abhilfe. Ein geeigneter Standort, direkt am Haupteingang, war schnell gefunden. "Ich habe das gerne gemacht. Denn wenn wir vor Ort sehr gutes Trinkwasser haben, warum sollten die Schüler dann überteuertes kaufen?", meinte er. Gekühlt sei das Wasser aus dem Spender obendrein. Er funktioniere "wie ein Durchlauferhitzer, nur dass er kühlt", ergänzte Hillemeyrs technischer Mitarbeiter Kaspar Schauer, mit dessen Hilfe alle Arbeiten termingerecht zum Schuljahresbeginn abgeschlossen werden konnten.

Nicht zuletzt dank der Vorbildfunktion der Lehrer, die den Wasserspender rege benutzen, bilden sich nun Tag für Tag lange Schlangen vor dem Spender aus Edelstahl. Immer mehr Schüler ziehen das Wasser den süßen Softdrinks vor. Und wenn es der Gesundheit diene, drücke auch mal ein Auge zu, wenn die Schüler öfters auf die Toilette müssten, witzelte Schulleiter Schöpplein abschließend.

Erschienen: hier

'Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel.'

Die Initiative Durstspiegel ist bundesweit vor Ort.

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